Bedeutung keltischer Lebensbaum – Baum des Lebens – Yggdrasil

Lebensbaum – der Baum des Lebens – Yggdrasil

keltischer Lebensbaum - Yggdrasil

Bäume haben in allen Kulturen eine besondere Bedeutung. Sie werden zu Symbolen für das Leben und die Fruchtbarkeit – ihre Zwischenstellung zwischen der Erde und dem Himmel dient dabei als Grundlage bedeutungsvoller, symbolischer Auslegungen. Der Christen bekanntester Baum ist der „Baum der Erkenntnis“, der sich des biblischen Buchs Genesis zufolge gemeinsam mit dem „Baum des Lebens“ inmitten des Garten Eden befindet. Im Fokus des nordisch-germanischen Weltbilds steht ein keltischer Lebensbaum, die Weltenesche Yggdrasil.

Keltischer Lebensbaum: Weltenbaum, Weltenachse und Himmelsstütze

Weltenbäume symbolisieren in den Mythen der Völker die Ordnung der Welt und feste Verknüpfungen unterschiedlichster Ebenen miteinander. Vorwissenschaftliche Kulturen unterscheiden meist in die Götterwelt bzw. den Himmel, die Welt auf der Erde sowie die Unterwelt.

Der Baum des Lebens Yggdrasil ist als keltischer Lebensbaum in der germanischen Mythologie auf vielfältige Weise mit Symbolen und mit allfälligen Bedeutungen verknüpft: So funktioniert die Esche als keltischer Lebensbaum, der als Zentrum verschiedener Welten die jeweiligen Verbindungen herstellt. Zudem halten und stützen Yggdrasils Zweige als keltischer Lebensbaum das weite Gewölbe des Himmels. Deshalb verstehen Mythologen den keltischen Lebensbaum Yggdrasil als Achse der Welt: Sowohl der Himmel als auch die Mittel- und die Unterwelt werden über den Baum des Lebens als keltischer Lebensbaum miteinander verbunden.

Odins Opfer

Als keltischer Lebensbaum symbolisiert Yggdrasil auch das Werden und Vergehen – den in die Umwelt eingebundenen Kreislauf von Leben und Tod. Germanische Sagen berichten vom Selbstopfer des Odin, die dem keltischer Lebensbaum genannten Baum des Lebens Yggdrasil auch die Symbolik eines Baums des Wissens zukommen lässt.

Odin ist der Hauptgott der nordischen Mythologie. Der eddischen Dichtung entsprechend war er Göttervater, Totengott und Kriegsgott. Als Gott der Runen und der Dichtung war Odin unentwegt auf der Suche nach der vollkommenen Weisheit: So opferte er eines seiner Augen, um im Gegenzug einmal aus einer Quelle in den Wurzeln des keltischen Lebensbaums Yggdrasils trinken zu können. So bekam er seherische Kräfte.

Die germanische Mythologie berichtet vom späteren Tod des Göttervaters, der sich selbst an der Weltenesche Yggdrasil erhängte. Mit diesem Selbstopfer wollte sich Odin Zugang zu dem allumfassenden Wissen verschaffen, das tief unter den Baumwurzeln verborgen ist.

Keltischer Lebensbaum: die Wurzeln, die Blätter und die Tiere Yggdrasils

keltischer Lebensbaum - Baum des LebensEin keltischer Lebensbaum breitet seine Zweige über das weite Gewölbe des Himmels und die Erde. Sein Wurzelwerk weitet sich nach drei Seiten hin aus – aus jeder der drei Seiten entspringt eine Quelle.

Jeweils eine Welt liegt unterhalb der drei Wurzeln: So sind Midgard, der Wohnort der Menschen in der Weltenmitte, Utgard, die von Riesen und Trollen bevölkerte Außenwelt sowie das eisige Niflheim miteinander verwoben. Über die Regenbogenbrücke Bifröst ist der Wohnort des Göttergeschlechts Asgard mit Midgard verbunden.

Das Blattwerk des keltischen Lebensbaums ist immergrün – ein Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit. In der Ragnarök, der Sage vom Weltuntergang, wird vom einseitigen Welken der Blätter des Baums des Lebens berichtet. Dies gilt in der Mythologie als bedrohliches Anzeichen für die beginnende Götterdämmerung und den bevorstehenden Weltuntergang.

Unterhalb seiner mächtigen Wurzeln befinden sich nicht nur die verschiedenen Welten Midgard, Utgard und Niflheim. Im Schatten des keltischer Lebensbaums liegen auch die Behausungen verschiedener Tierarten: Das Eichhörnchen Ratatöskr eilt als Bote zwischen der Spitze und den Wurzeln unentwegt hin und her. Es vermittelt Informationen zwischen verschiedenen Tieren, dabei schürt Ratatöskr einen fortschreitenden und andauernden Zwist zwischen den Tiergruppen – ein Symbol für die immer wieder ausbrechenden Konflikte auf der Welt.

Baum des Lebens keltisch: In seinen Wurzeln lebt auch der Drache Nidhöggr mit den Schlangen Moinn und Goinn

Seiner altnordischen Namensherkunft nach heißt Níðhǫggr „der hasserfüllt Schlagende“. Denn der schlangenartige Drache ist damit beschäftigt, die Toten zu peinigen. Außerdem schädigt er die Wurzeln des keltischer Lebensbaums. Nidhöggr ist einer der Hauptempfänger der Botschaften des durchtriebenen Ratatöskr, die es vom Adler im Wipfel des Lebensbaums übermittelt. Ratatöskr nutzt den bohrenden Hass und den ausgeprägten Neid des Drachen aus, um Konflikte zwischen ihm und dem Adler, zwischen „Oben und Unten“, permanent zu befeuern.

Der Name des Adlers ist nicht überliefert – zuweilen wird er Hræsvelgr genannt. Hræsvelgr ist nach der nordischen Mythologie ein Riesekeltischer Lebensbaum in Adlergestalt, der mit seinen Schwingen die verschieden starken Winde entfacht. Allgemein gilt: Der Adler beobachtet die Welt und zwischen seinen Augen lebt ein Habicht, der das Wetter macht.

Es weiden sich vier Hirsche an den grünen Zweigen des keltischen Lebensbaums: Dwalin, Dain, Durathror und Duneyr ernähren sich von Yggdrasils Knospen und Blättern. Mythologisch werden sie gedeutet als Repräsentanten der vier Himmelsrichtungen oder der vier Jahreszeiten, also für das Werden und Vergehen und wieder neu Entstehen in der Natur. Beim Fressen der vier Hirsche werden den Knospen die Bedeutung Stunden, den Blüten die Bedeutung Tage und abgeästen Zweigen die Bedeutung Jahreszeiten zugeordnet.

Keltischer Lebensbaum: Die Quellen unter dem Baum des Lebens

Keltischer Lebensbaum: Die Mythologie berichtet von drei Quellen am Baum des Lebens. Sie entspringen zu Füßen Yggdrasils, unterhalb der Wurzeln. Genannt werden die drei Quellen Urdbrunnen, Mimirsbrunnen und Hvergelmir.

Dem Schicksalsbrunnen Urdquelle entstammen drei Nornen – Schicksalsfrauen, von denen einige von Göttern, andere von Elfen und Zwergen abstammen sollen. Ihre Namen sind Urd, das Schicksal, Verdandi, das Werdende und Skuld, die Schuld. Die Nornen bewohnen einen Saal bei der Quelle und halten die Geschicke der Götter und der Menschen in ihren Händen.

 

Die zweite Quelle ist der Mimirsbrunnen, der Brunnen der Weisheit. An ihr sitzt der göttergleiche Riese Mimir und trinkt mit seinem Horn daraus. Sowohl das Wissen als auch die Weissagungsgabe des Mimir sind so exorbitant, dass selbst der Göttervater Odin enge Beziehungen zu Mimir pflegt, um ihn ab und an um Rat fragen zu können – besonders, wenn das Herannahen von Ragnarök erwartet wird.

Hvergelmir, der „brausende Kessel“, ist der Brunnen, der die Flüsse dieser Welt mit frischem Wasser speist. Entspringen soll die Quelle im Zentrum von Niflheim bereits seit der Vorzeit. Also bevor die Götter die Erschaffung der Welt vollendet haben.

Ihr Wasser hatte sich in den Graben Ginnungagap ergossen. Um anschließend in Form von klarem Eis und Reif auf Feuerfunken und glühende Hitze der Feuerwelt Muspellsheim zu treffen. Muspellsheim liegt südlich und ist der Gegenpart zum dunklen, eisigen Niflheim im Norden.

Die Begegnung von Feuer und Eis sorgte für die Bildung des ersten menschlichen Lebens.

In Hvergelmir befindet sich außerdem die Behausung des neidischen Schlangendrachens Nidhöggr. Hier nagt er unentwegt an den Wurzeln des keltischen Lebensbaums, genannten Weltenesche Yggdrasil.

 

 

 

 

 

 

 

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